d-you: Kontrollfeld ist Launch-Partner der deutschen EUDI-Wallet
KI-generiert, menschlich reviewt

Am 9. September 2026 hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung die deutsche EUDI-Wallet erstmals öffentlich beim Namen genannt: Sie heißt d-you. Wir waren bei der Vorstellung in der Friedrichstraße dabei — als einer von rund 40 Launch-Partnern, die zum Start am 2. Januar 2027 mit eigenen Anwendungen an den Markt gehen.
Was vorgestellt wurde
Der Name bündelt zwei Aussagen. Das „d” steht für digital und für Deutschland, das „you” rückt die Person in den Mittelpunkt — und verweist auf den europäischen Rahmen, in dem die Wallet entsteht. Das Logo greift eine Hand auf, die eine Brieftasche hält. Das Bild ist wörtlicher gemeint, als es zunächst klingt: Etwas selbst in der Hand zu haben, ist genau der Punkt. Die Pressemitteilung formuliert es als Satz, der die ganze Architektur zusammenfasst — „Es sind deine Daten. In deiner Hand.”
Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger ordnet das so ein:
„Mit d-you entwickeln wir eine digitale Anwendung, die echten Mehrwert bietet, den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Vertrauen schafft. […] Um d-you herum entsteht ein Ökosystem, das neue Anwendungen, innovativere Geschäftsmodelle und effizientere Verwaltungsleistungen ermöglicht.”
Die Nutzung bleibt freiwillig und kostenfrei, die Daten liegen verschlüsselt auf dem Endgerät, und die Wallet folgt den einheitlichen technischen Standards der EU — sie ist damit perspektivisch europaweit einsetzbar.
Warum die Partner auf der Bühne standen
Das Bemerkenswerte an diesem Termin war nicht der Name. Es war, wer daneben stand.
Eine Wallet ohne Anwendungen ist ein leeres Portemonnaie. Genau das ist die Lehre aus einem Jahrzehnt deutscher Identitätsprojekte: Die Technik war selten das Problem, die fehlenden Akzeptanzstellen waren es. Deshalb ist die Partnerliste die eigentliche Nachricht. Sparkassen, Volksbanken und die KfW sind dabei, die Deutsche Post, Vodafone, Rossmann und E.ON, die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung, dazu Länder, Landkreise und Städte von Aachen über Dresden bis Heidelberg sowie mehrere Hochschulen.
Zum Start sollen Anwendungen bereitstehen, mit denen sich das Alter nachweisen, ein Vertrag rechtssicher schließen oder ein Bankkonto eröffnen lässt. Nicht irgendwann — am ersten Tag.
Was wir beitragen
Auf der Partnerwand steht unser Beitrag unter dem Namen, unter dem er gestartet ist: EUDI Verified Call. Ein Videoanruf, bei dem beide Seiten wissen, mit wem sie sprechen, weil die Identität aus der Wallet kommt statt aus einem hochgeladenen Ausweisfoto.
Der Fall ist unspektakulär und deshalb interessant. Überall dort, wo heute ein Gespräch geführt wird, das eigentlich einen Identitätsnachweis braucht — Beratung, Antragstellung, Fernbehandlung, Vertragsabschluss —, läuft die Prüfung am Rand mit: per Post-Ident, per Videolegitimation durch einen Dienstleister, oder gar nicht. Mit der Wallet wird sie Teil des Gesprächs selbst.
Zwei Referenzen beschreiben den Stand:
- EUDI-Wallet in der Praxis: Verified Call und Wallet-Login — identitätsverifizierte Videoanrufe und passwortloser Wallet-Login
- id-call: EUDI Verified Call als App für iOS und Android — die native Fassung für beide Stores
Was bis zum 2. Januar zu tun ist
Für Unternehmen, die Nachweise entgegennehmen — Alter, Identität, Berufsqualifikation, Vollmacht —, ändert sich bis dahin eine Grundannahme. Bisher war die Prüfung ein eigener Prozessschritt mit eigenem Dienstleister. Künftig ist sie ein Protokoll, das die Anwendung selbst spricht.
Das ist weniger Aufwand, aber es ist eine andere Architektur. Wer heute Identitätsprüfung eingekauft hat, wird sie morgen integrieren. Was das technisch bedeutet, welche Fristen aus eIDAS 2.0 folgen und wie eine Integration abläuft, haben wir vor dem Event ausgeschrieben: EUDI Wallet: Was sie ist und wie die Integration 2027 läuft.
Wenn Sie prüfen, was die Wallet für Ihre Identitätsarchitektur bedeutet, sprechen Sie uns an. Wir haben die Anwendung gebaut, die zum Start dabei ist.
Alle Angaben zu Name, Logo, Starttermin und Partnerliste stammen aus der Pressemitteilung 53/2026 des BMDS vom 9. September 2026. Weiterführende Informationen zur Wallet stellt das Ministerium unter eudi-wallet.gov.de bereit. Fotos: Jens Oellermann/BMDS.